ÖSTERREICHISCHER KAMERADSCHAFTSBUND
LANDESVERBAND STEIERMARK
Erinnern oder entsorgen?
22. April 2026
In der Steiermark geraten zahlreiche Kriegsopfergedächtnisstätten zunehmend in Gefahr. Grund dafür ist vor allem die Auflösung von Ortsverbände des ÖKB aufgrund fehlenden Nachwuchses. Mit dem Ende dieser Strukturen fehlt oft auch die Verantwortung für Pflege und Erhalt der Denkmäler.

Bei einem Treffen am 22. April in Graz – initiiert von LdSchf.-Stv. Ingrid Heuberger – diskutierten Vertreter des Bundesdenkmalamt, des Österreichischer Städtebund, der Kirche und weiterer Institutionen mögliche Lösungen. Ziel ist es, die Gedenkstätten langfristig zu sichern – nicht nur als Bauwerke, sondern als Träger von Namen, Schicksalen und lokaler Erinnerung.
Ein zentrales Problem: Viele Denkmäler stehen auf Grundstücken mit unklaren Eigentumsverhältnissen. Fällt die Zuständigkeit weg, drohen Vernachlässigung oder sogar Entfernung. Ein besonders kritischer Fall zeigte, dass Namenstafeln nach Abbau eines Denkmals würdelos entsorgt wurden.
Das Bundesdenkmalamt betonte, dass nicht jedes Denkmal automatisch unter Schutz gestellt werden kann – entscheidend sind auch künstlerische oder historische Besonderheiten. Der ÖKB hingegen sieht vor allem die Namenstafeln als schützenswert, unabhängig vom künstlerischen Wert.
Als mögliche Lösung zeichnet sich ein stärkerer Dialog ab: Gemeinden sollen frühzeitig informiert werden und im Idealfall den ÖKB einbinden, ehe Änderungen erfolgen. Auch Alternativen wie Versetzung oder Integration in Friedhöfe werden diskutiert.
Am Ende bleibt eine grundlegende Frage: Wie geht eine Gesellschaft mit ihrer Erinnerung um, wenn die Generationen der Zeitzeugen verschwinden? Klar ist – verschwindet ein Denkmal, geht mehr verloren als nur Stein. Es verschwindet ein Stück gelebter Erinnerung.
Text&Foto: Ewald Hofer
Leuchtsignal für den Frieden: Fackelzug auf den Grazer Schlossberg
Am 17. Oktober setzte der Steirische Kameradschaftsbund mit einem eindrucksvollen Fackelzug auf den Schlossberg setzte der Steirische Kameradschaftsbund ein weithin sichtbares Zeichen für Frieden, Demokratie und Freiheit.

Punkt 19 Uhr, mit dem ersten Glockenschlag der "Liesl", zogen 80 Fackelträger über die Schlossbergstiege zu den Kasematten. Jede Fackel symbolisierte ein Jahr der 80-jährigen Friedenszeit seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Am Uhrturm angekommen, defilierte der Fackelzug an den Ehrengästen vorbei, begleitet von Salutschüssen der Prangerschützen des Landesverbandes.
Präs. Vzlt i. R. Rudolf Behr konnte rund 700 Mitglieder sowie zahlreiche Ehrengäste begrüßen – darunter LH Mario Kunasek und Weihbischof Johannes Freitag. In seiner Rede erinnerte der ÖKB-Chef an die historischen Umbrüche seit 1945 und betonte, dass sich die Hoffnungen auf eine dauerhafte Friedensordnung in Europa seit dem Ende des Kalten Krieges (1989) nicht erfüllt haben. Der Angriffskrieg gegen die Ukraine zeige auf brutale Weise, wie verletzlich Frieden sei – und dass Demokratie aktiv verteidigt werden müsse, wenn sie unter Druck gerät.
Militärkommandant Bgdr Heinz Zöllner überbrachte die Grüße des Bundesheeres, dankte für die gute Zusammenarbeit und berichtete über die derzeitigen Anstrengungen, das Heer wieder einsatzfähig zu gestalten. Weihbischof Johannes Freitag gedachte der Opfer beider Weltkriege und sprach – begleitet von der Musikkapelle "Von der Groeben" – ein Friedensgebet. Hier hob er die Bedeutung des Lichts für die Menschen als "Zeichen der Hoffnung" besonders hervor. Für die Stadt Graz überbrachte Gemeinderat HR Dr. Peter Piffl-Percevic die Grüße und betonte, wie wichtig solche Veranstaltungen sind, da sie wieder daran erinnern, dass kein Land sicher vor Übergriffen ist und daher gewappnet sein muss. LH Kunasek unterstrich in seiner Ansprache die gesellschaftliche Bedeutung des ÖKB. "Der Österreichische Kameradschaftsbund ist seit Jahrzehnten eine tragende Säule jener Werte, die unser Zusammenleben prägen: Kameradschaft, Verantwortung, Heimatliebe." Er bewahrt das historische Gedächtnis – ohne in der Vergangenheit zu verharren. Veranstaltungen wie diese führen uns vor Augen, dass Frieden und Freiheit keine Selbstverständlichkeiten sind. Sie müssen erarbeitet, erkämpft und bewahrt werden – gerade in einer Zeit zunehmender Unsicherheit und weltweiter Spannungen."
Mit dem "Licht des Friedens" setzte der ÖKB – im Vorfeld des Nationalfeiertags – ein kraftvolles Signal: Frieden, Demokratie und Freiheit müssen geschützt, bewahrt – und wenn nötig auch wehrhaft verteidigt werden.
Text: Rudolf Lobnig
Fotos: Siegfried Steinbrugger/Christof Oswald
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