Geistthal

Landesverband Steiermark

Geistthal

Vizepräsident, Bezirksobmann und Obmann Ing. Johann Harrer, 8153 Geistthal 58b +43 664 65 53 125, johann.harrer61@gmail.com

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Österreichischer Kameradschaftsbund Ortsverband Geistthal

KURZCHRONIK

Mit Antrag vom 26. April. 1907, also vor ca. 100 Jahren, an die hohe k.k. Statthalterei in Graz ersuchte "das Comite zur Gründung des Geistthaler Veteranen Vereines" bestehend aus Gründungsobmann Johann Reicher und Schriftführer Franz Reinprecht, "mit der tiefergebensten Bitte um Bewilligung des Vereines".

Anfängliche Schwierigkeiten hinsichtlich der Statuten dahingehend, ob ein klagbarer Rechtsanspruch der Vereinsmitglieder auf ein ehrenwürdiges Begräbnis samt Übernahme der Leichenkosten überhaupt bestünde oder nur nach Maßgabe der vorhandenen Vereinsmittel konnten das auch rechtlich wirksame Entstehen des Vereins nicht hindern.

Obwohl still und versteckt gelegen, drang im Sommer 1914 auch in unser Heimatdorf die schlimme Nachricht vom Ausbruch des I. Weltkrieges. Es folgte am 31. Juli 1914 die allgemeine Mobilisierung aller wehrfähigen Männer, die sodann "ergeben und treu" für Kaiser und Vaterland in den Krieg zogen.

Nach Beendigung des Krieges im Jahr 1918, welche die Zerschlagung der Monarchie, die Thronverzichtserklärung Kaiser Karls und Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich zur Folge hatte, kehrten 32 junge Männer aus Geistthal nicht mehr in die geliebte Heimat zurück. So ging man im Oktober 1919 daran, für eine Kriegergedenktafel zu sammeln, die im Kirchenvorraum angebracht wurde.

Schließlich wurde auch ein Kriegerdenkmal errichtet, das am 23. Juli 1922 feierlich enthüllt wurde und zwar am ursprünglichen Standort an der Straße neben dem Pfarrhof. Prälät  Dr. Kortschak hielt die Festpredigt, Oberlehrer Kinzer hielt die Festrede und nahm die Enthüllung des Steines vor.

Knapp zwei Jahre später am 13. April 1924 übernahm Alois Kreinz, der pensionierte Gendarm und Kollmann-Sägewerk-Verwalter als Obmann die Geschicke des Vereines. An diesem Tage wurde unter Beisein des Bezirksobmanns Anton Lamprecht, die Umbildung der Ortsgruppe des Alpenländischen Kriegsteilnehmerverbandes in den Kameradschaftsbund Geistthal beantragt und von den anwesenden Mitgliedern einstimmig beschlossen.

Die Umbildung bzw. die Neugründung des Vereines, der von nun an die offizielle Bezeichnung "Kameradschaftsverein ehemaliger Krieger in Geistthal" trug, gipfelte am 28.9.1924 mit einer festlichen Fahnenweihe unter großer Beteiligung des Volkes. Die Festpredigt bei der Feldmesse auf der Kollmannwiese hielt P. Wilhelm von Leibnitz, der die Bitterkeiten und Leiden der Krieger schilderte. Als Fahnenpatin fungierte bereits die Gastwirtin Frau Theresia Zottler, als Fahnenträger Friedrich Pock.

Es folgten die schweren Jahre der Zwischenkriegszeit in größter Armut. Diese für viele beinahe aussichtslose Misslage erklärt auch die allgemeine Zustimmung der Bevölkerung im April 1938 für den Anschluss an Hitler-Deutschland.

Die Erleichterung der von der Notlage bedrängten Bevölkerung war allerdings nur von kurzer Dauer, denn bereits ein Jahr später mussten junge Männer und Väter abermals ihre Heimat verlassen und in einen zweiten, noch schlimmeren, Weltkrieg ziehen.

Am 14. März 1939 erging vom Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich in Wien ein Schreiben mit dem Inhalt, dass der Steirische Kameradschaftsverein ehemaliger Krieger Geistthal in den Nationalsozialistischen-Deutschen Reichskriegerbund "Kyffhäuser" eingegliedert werde.

Jäh fand der 1000jährige Traum ein Ende und bitteres Leid folgte für unzählige Menschen, so auch für die Bevölkerung unserer Heimat:

Denn 66 Männer aus Geistthal verloren ihr Leben in jenem II. Weltkrieg, sei es als Gefallene oder Vermisste im Felde oder aber auch als in Gefangenschaft Umgekommene.

Nach Ende dieses schrecklichen Krieges wurde der Kameradschaftsverein ehemaliger Krieger in Geistthal über Anordnung des Alliierten Rates im April 1946 behördlich aufgelöst und jede weitere Tätigkeit untersagt und mit einem weiteren Bescheid vom Juli 1946 das Vereinsvermögen zu Gunsten der Republik Österreich für verfallen erklärt.

Die dagegen vom "ehemaligen Obmann" Alois Kreinz erhobenen Einsprüche mit der Begründung, dass der Verein keine militärische Organisation bilde, sondern lediglich der Betreuung der Kameraden diene, sowie dazu, ihnen ein ehrwürdiges Begräbnis zukommen zu lassen, blieben erfolglos. 

Nachdem man allmählich der bitteren Notlage der ersten Besatzungsjahre einigermaßen Herr geworden war, versammelten sich um den ehemaligen Obmann Alois Kreinz etliche Männer, darunter federführend auch Johann Rößler (Pikmüller) und Johann Jantscher (Sindl) beim Kollmann am Ofentisch und beschlossen die Neugründung des Vereins, woraufhin am 8. Mai 1950 von der Sicherheitsdirektion für Steiermark ein sogenannter Nichtuntersagungsbescheid zur Bildung des "Unterstützungs- und Wohltätigkeitsverein in Geistthal" erging. Der Tag der Konstituierung des Vereines war der 23. Juli 1950.

Die Bezeichnung "Kameradschaftsbund" war zum damaligen Zeitpunkt wegen des Einspruchs der Besatzungsmächte, die darin die Gefahr einer paramilitärischen Vereinigung wähnten, noch nicht erlaubt.

Als Vereinsfunktionäre wurden bestellt:

als Obmann wiederum: Alois Kreinz

als dessen Stellvertreter: der Wirt Johann Kollmann

zum Schriftführer: der Kaufmann Josef Brandner

zum Schriftführer-Stellvertreter: Franz Rack (Hetzlbauer)

Kassier: Johann Nestler (Ranzlbauer)

Kassier-Stellvertreter: der Wirt Karl Bajzek

Am 16. September 1953 fand bei schönem Herbstwetter die Einweihung des Mitte der 30er-Jahre aus Platzgründen an den heutigen Standort versetzten Kriegerdenkmales für die im 2. Weltkrieg gefallenen und vermissten Helden statt. Unter zahlreicher Teilnahme der Bevölkerung sowie vieler Heimkehrerverbände hielt der ehem. Divisionspfarrer Kaplan Unger von Voitsberg die Feldmesse beim Kollmann Steintisch. Obmann Kreinz begrüßte die Gäste, worauf Kaplan Unger die Predigt beim Denkmal hielt. Dieses schöne Fest, bei dem sich vor allem auch die Musikkapelle auszeichnete, endete jedoch mit einem unangenehmen Zwischenfall, da ca. 20 Pankrazner eine solche Rauferei anzettelten, dass die Gendarmerie aus Voitsberg gerufen werden musste.

Ebenfalls im Jahr 1953 erfolgte per "Umbildungsbescheid" vom 2. Oktober die Umbenennung des Vereines in "Österreichischer Kameradschaftsbund, Landesverband Steiermark, Ortsverband Geistthal."

Bei der Generalversammlung am Stefanitag im Jahre 1954 kam es schließlich zu einem Wechsel an der Spitze des Vereins. Johann Maier, vlg. Pirter, wurde zum Obmann bestellt. Er stand dem Verein vom 16. Dezember 1954 bis 22. Dezember 1963 sowie ein weiteres Mal vom 20. Dezember 197 bis 12.3.1984 vor. Verbandspräsident Direktor Ambrosch überreichte bei dieser Generalversammlung ua. auch ein Diplom an die langjährige Fahnenmutter Theresia Zottler, die den Verein über Jahrzehnte hinweg äußerst großzügig unterstützte, wodurch sich auch erklärt, dass das Gasthaus Zottler viele Jahre lang als Vereinslokal diente.

Das anschließende Referat des Herrn Verbandspräsidenten wurde mit großer Begeisterung aufgenommen, gipfelte es doch in der Versicherung, dass der Kameradschaftsbund nur für den Friede wirke.

Erfreuliche Nachricht gab es im Herbst 1958 als mit dem Bescheid des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung dem Ortverband Geistthal das für verfallen erklärte Vermögen, darunter vor allem die Fahne rückübertragen wurde. In diesen Nachkriegsjahren war der Verein jedoch oft so mittellos, dass bei Begräbnissen von Kameraden nicht einmal die Musik von 150,-- Schillingen gezahlt werden konnte, sodass bei den Kameraden abgesammelt werden musste,

Am 22. Dezember 1963 wurde Johann Eisel zum Obmann gewählt. Interessant zu erwähnen ist hierbei auch, dass unser langjähriger Pfarrer Franz Praßl zum Schriftführervertreter bestellt wurde, nachdem seine Mitgliedschaft bereits seit 22. Dezember 1957 mit der Wahl zum Kassaprüfer dokumentiert ist.

In den Jahren 1965 bis 1971 fungierte Markus Rainer, vlg. Kirchleitner, als Vereinsobmann, während, wie bereits erwähnt von 1971 bis 1984 wieder Johann Maier, vlg. Pirter, die Leitung übernahm.

Ein bewegtes Jahr war auch 1966 mit der Teilnahme am 80jährigen Bestandsfest in Maria Lankowitz sowie der Ernennung des langjährigen und hochverehrten Bürgermeisters Josef Jantscher zum Ehrenmitglied, der seit dem Jahre 1951 ein großer Förderer des Kameradschaftsbundes war und durch dessen Großzügigkeit das Kriegerdenkmal neu gestaltet werden konnte.

Wichtige Stützen des Vereins waren wohl auch immer die Fähnriche und Fahnenoffiziere, wobei Markus Holzer (vlg. Grießer) und Lorenz Köppel (vlg. Köppel) besonders zu erwähnen sind, wohl aber auch unser heutiger Protektor Johann Jantscher (vlg. Sindl), der mit seinen – nach eigenen Angaben – ca. 150 Grabreden "berühmt" geworden ist und der im März 1999 für seine langjährige, erfolgreiche und beispielgebende Tätigkeit im Ortsverband geehrt wurde.

Im März 1984 wählte man mit Franz Vötsch, geb. 1939 erstmals einen Nichtveteranen zum Vereinsobmann.

Zu dessen Stellvertreter, Ernst Ruprechter, geb. 1951, wodurch von den Vereinsmitgliedern eine Weiche gestellt wurde für ein weiterhin kameradschaftliches Zusammenwirken von Jung und Alt sowie ein fruchtbares Wirken des Verbandes nach außen hin. In seine Zeit fällt auch die letzte Fahnenweihe, die am 17. Juni 1990 mit einem großen Fest begangen wurde. Das ehrenvolle Amt der Fahnenmutter übernahm neben 44 Fahnenpatinnen dabei seine Gattin Mathilde Vötsch.

Nach dem leider allzu frühen Ableben des Obmannes Franz Vötsch, dem es durch gutes und sparsames Wirtschaften gelungen war, den Verein auf eine gesunde finanzielle Basis zu stellen, übernahm im Jahre 1998 der heutige Obmann Johann Harrer die engagierte und umsichtige Leitung des Vereins.

Vizepräsident, Bezirksobmann und Obmann
Ing. Johann Harrer

8153 Geistthal-Södingberg
Geistthal 58b

+43 660 65 53 125
johann.harrer61@gmail.com
 

Obmannstellvertreter
August Schrotter

8153 Geistthal-Södingberg
Sonnleiten 31

+43 664 37 08 759
schrotter.august@gmail.com
 

Obmannstellvertreter
Johannes Fasching

8153 Geistthal-Södingberg
Kleinalpe 9

+43 664 61 96 582
johannes-mein@gmx.at
 

Schriftführer
Wolfgang Eisl

8153 Geistthal-Södingberg
Kleinalpe 7

+43 676 89 89 33 821
eisl@aon.at
 

Schriftführerstellvertreterin
Theresia Harrer

8153 Geistthal-Södingberg
Eggartsberg 3

+43 664 25 20 119
tharrer@gmx.at
 

Kassier
Thomas Reicher

8153 Geistthal-Södingberg
Geistthal 30

+43 664 41 13 279
 thomas.reicher@aon.at     

 

Kassierstellvertreterin
Martina Läßer

8152 Geistthal-Södingberg
Södingberg 8a

+43 664 51 33 496
martina.laesser@rb-38433.raiffeisen.at